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Lohnfertigung im Maschinenbau zwischen Termindruck und Präzision – oder wie man die Kuh vom Eis holt

Lohnfertigung im Maschinenbau zwischen Termindruck und Präzision – oder wie man die Kuh vom Eis holt

Juni 2, 2020 Projekte 0

Dass es bei der Lohnfertigung im Maschinenbau oft hoch hergeht, trifft auf uns wie auch auf andere Anbieter zu. Schließlich wird man als Lohnfertiger immer genau dann beauftragt, wenn ein Auftraggeber schnell eine verlängerte Werkbank zu seiner eigenen Fertigung für ein Projekt sucht.

Das kann beim Bau von Anlagen der Fall sein, die sich nicht mit dem eigenen Maschinenpark umsetzen lassen, bei denen eine Umrüstung unter wirtschaftlichen Aspekten nicht lohnenswert ist, wie z. B. bei Kleinserien, oder bei Aufträgen bei denen spezielle Technologien benötigt werden (CNC-Fräsen, Schweißen, usw.). Auch Auftragsspitzen, Technik- oder Personalausfälle, können mit einer Fremdfertigung ausgeglichen werden.

Die meisten Baugruppen und Anlagen für den Maschinenbau oder einzelne Dreh- und Frästeile, für die eine Lohnfertigung angefragt wird, haben eines gemein: Termindruck, denn die ausgelagerte Fertigung soll Lieferengpässe des Auftraggebers vermeiden.

Die Genauigkeit eines Drehteils wird mit einer Schieblehre kontrolliert.
Bei der Lohnfertigung von Dreh- und Frästeilen für den Maschinenbau kommt es auf Präzision an.

So drängt auch bei unseren Kunden meist die Zeit bis zu der sie die Anlage fertig montiert oder die einzelnen Dreh- und Frästeile benötigen.

Lassen Sie uns für eines unserer Projekte im Anlagenbau mal erzählen, wie sich bei einzelnen Arbeitsschritten Zeit einsparen lässt. Entscheiden Sie anschließend selbst, ob Sie Dietmar, unserem Geschäftsführer für den Bereich Maschinenbau, zutrauen, dass hinter seinem Motto „Komme was da wolle, wir kriegen’s hin“ mehr als eine schwäbische Werbephrase steckt ;-).

Den Bau einer Anlage, einer Befetteinrichtung für Zylinderköpfe mit einer Zuführeinrichtung mit vielen einzelnen Dreh- und Frästeilen, haben wir angefangen, obwohl wir wussten, dass wir bei Projektstart bereits Wochen zurückliegen werden. Wer kennt sie allerdings nicht, die stetige Hoffnung das Unmögliche möglich zu machen, die einen genau solche Aufträge übernehmen lässt…?

Da uns weder eine gute Fee freie Wünsche offerierte, noch wir über übermenschliche Superkräfte verfügen, begannen wir im Rahmen unseres Projektmanagements, die Anforderungen der Baugruppe Schritt für Schritt in einzelne, planbare Arbeitsvorgänge aufzuteilen, zu terminieren und nach Optimierungspotenzialen zu suchen.

Die wichtigsten Projektdetails der Anlage lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Befetteinrichtung für Zylinderköpfe mit einer Zuführeinrichtung

  • Baugruppe mit 800 Positionen (Fertigungs-, Kauf- und Normteile)
  • Hoher Anspruch an Toleranzen ( +/ – 1-100stel)
  • Gehärtete CNC- Dreh- und Frästeile inkl. Rundschleifbearbeitung (teilweise aus Sonderstählen und Werkzeugstählen)
  • Anspruchsvolle Schweißbaugruppen inkl. Oberflächenbearbeitung, Beschrichtung und Montage
  • Lieferung innerhalb 3 Wochen.

Laut Planung, nimmt bereits das Beschaffen des Rohmaterials für den Auftrag knapp 7 Tage in Anspruch, die Anlieferung der zugekauften Lineareinheiten und Führungszylinder aufgrund ihrer Sondermaße knapp 4 Wochen, die der Linearführungen 6 Wochen, für Fremdarbeiten (Härten, Oberflächenbearbeitung und Beschriftung) muss mit einer Woche Bearbeitungsaufwand gerechnet werden.

Es ist kein Mathe-Diplom nötig, um zu erkennen, dass sich unter diesen Umständen ein 3-Wochen Zeitfenster nicht einhalten lässt.

Zuverlässige Partner im Netzwerk

Wie wir es trotzdem „hingekriegt“ haben? Ganz einfach – wir Lohnfertiger können uns auf unsere Partner und unsere Mitarbeiter wirklich verlassen. Sonst ließen sich zeitkritische Baugruppen und Anlagen für den Maschinenbau kaum umsetzen.

Die Zeitersparnisse im Detail:

  1. Mit Sonderfahrten wurde das Rohmaterial nach Heubach transportiert.
  2. Unsere Kooperation mit Festo ermöglichte ein Umbauen vorhandener Modelle von Lineareinheiten und Führungszylinder auf das Sondermaß, sodass sich die Lieferzeit der Kaufteile von 4 Wochen auf 1 Woche verkürzte.
  3. Die Linearführungen von Rexroth konnten direkt in den Fertigungsstätten in Ungarn bestellt werden und wurden ohne weitere Bearbeitungsschritte in den deutschen Zwischenlagern direkt zu uns nach Heubach geliefert.
  4. Die CNC Dreh- und Frästeile in dem geforderten sehr niedrigen Toleranzbereich fertigten wir selbst in ca. 110-120 Maschinenstunden.
  5. Unser Härtemeister (hört sich schon jetzt nach einem Held an ;-)) aus unserem Partnernetzwerk hat ganze Arbeit geleistet und nachts eine Sonderschicht eingelegt. Dabei wechselte er die Positionen der Härteteile im Ofen mehrfach und sparte einen ganzen Arbeitstag ein.
  6. Noch am Tag der Fertigstellung der Teile erfolgte bei unserem Partner für Oberflächentechnik die chemische Vernicklung und Beschriftung der Teile. Das sparte uns weitere 3 Tage ein.
  7. Noch am selben Tag begannen wir mit der Montage der Baugruppe, die wir mit 2-3 Arbeitstagen eingeplant hatten.

Tag um Tag ließ sich der Zeitaufwand so reduzieren, dass am Ende eine Anlieferung beim unserem Kunden aus dem Maschinenbau bereits nach 14 Tagen anstatt nach den geforderten 3 Wochen erfolgen konnte.

Ein paar kleine Einblicke beim Anlagenbau:

Warum auch künftig immer wieder genau solche Anlagen für den Maschinenbau unsere Herzen höherschlagen lassen, obwohl Zeitdruck auf der Herausforderungsliste ganz weit oben steht?

Weil ein ganzes Netzwerk an langjährigen Partnern hinter uns steht und gemeinsam mit unserem Team dafür sorgt, dass Dietmars Motto: „Komme was da wolle, wir kriegen’s hin“ nicht nur so dahergesagt ist, sondern seiner hundertprozentigen Überzeugung entspricht.

Wenn Sie auch für Ihre Baugruppe oder Ihr einzelnes Dreh- und Frästeil einen Lohnfertiger und Partner für den Anlagenbau suchen, der es „hinkriegt“, dann fragen Sie doch einfach mal bei uns an.